FASZIENierend
[28.04.2015]

© Dr. Christian Pegger

Sie werden untersucht, behandelt, mit Nadeln gereizt, mit Rollen geknetet und
seit Neuestem auch gezielt trainiert. 

 

Faszien sind in aller Munde!

 

Unter den Faszien verstehen wir das ganze Bindegewebe (weisses Gewebe, im Gegensatz dazu die Muskulatur als rotes Gewebe), das hauptsächlich Zugspannung ausgesetzt wird, wie Sehnen(platten), Gelenkkapseln und das Bindegewebe zwischen den Muskeln.

 

Unser Fasziengewebe macht 20 Volumsprozent unserers Körpers aus, dementsprechend gilt es zwischen "gesundem" und "ungesundem" Fasziengewebe zu unterscheiden.

 

Faszien sind stark mit Nerven durchzogen. Sie unterstützen uns in unseren Reflex- und Koordinationsmustern.

 

Daher spricht man inzwischen auch vom größten Sinnesorgan des Menschen.

 

Besonders die Lendenfaszie ist sehr störanfällig: sie kann Überlastungsschäden, Mikrorupturen, Hernien und entzündliche Ödeme als klassische Auslöser von Schmerz hervorrufen.

 

Das so genannte weiße Gewebe kann sich zudem langsam versteifen und erweichen und sich auf diese Weise an Überlastungsbedingungen (psychisch wie physisch) adaptieren. Andersgelegene Störfelder können hier erkannt und von hier "aus der Ferne" auch behandelt werden.

 

Eine weitere Funktion des Binde- und Fasziengwebes ist aber auch die eines Energiespeichers ("Storage Capacity"). Sehnen können somit Bewe­gungsenergie aufnehmen und abgeben (dies zeigt sich auch in unterschiedlicher Sprungkraft - die Energieaufnahme und Abgabe aus dem Bindegewebe ist somit auch trainierbar).


Folglich sollten zur Vorbeugung von Verletzungen durch Überlastung oder falsche Belastung und zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch optimierte reaktive, koordinative Flexibilitätsmuster in unseren Bewegungsmustern nicht nur die Muskeln, sondern gerade auch die Faszien regelmässig trainiert werden!

 

Überforderung wirkt aber ebenso schädigend für dieses spezifische Gewebe wie Unterforderung! 

 

Empfehlungen für Ihr richtiges, individuelles Faszientraining hält Ihr "Faszien"-Physiotherapeut, -Osteopath, -Sportwissenschafter oder -Sportmediziner bereit:

 

Faszien brauchen relativ hochdosier­te Belastungen, dafür aber mit relativ wenigen Wiederholungen. 

Gut sind endgradige Bewegungen mit kleinen Widerständen oder Gewichten. Zusätzlich sind alle Trainingsformen sinnvoll, bei denen geschmeidige Bewe­gungsabläufe betont werden, wie z.B. Yoga, QiGong, Tai Chi und andere fernöstli­che (Kampf-)Künste. 

 

 

1) modifiziert aus DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 66.Jahrgang Nr.4/2015, Dr. Christine Hutterer

2) Bildnachweis: aus Blackroll-orange.de

 

  


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© Dr. Christian Pegger