Wie funktioniert Höhentraining?

Unter Höhentraining wird der passive Aufenthalt und/oder das aktive körperliche Training in sauerstoffreduzierter Luft verstanden. In der Natur finden wir diese Bedingungen nur im (Hoch-)Gebirge, sprich über 2200m vor.

 

Obwohl der Sauerstoffanteil in der Luft auf allen Höhen konstant bei ca. 21% liegt, steht uns in der Höhe durch den niedrigeren Luftdruck absolut weniger Sauerstoff zum Atmen zur Verfügung (=hypobare Hypoxie).

 
In der Höhe kommt es deshalb durch unseren vom Gehirn gesteuerten Atemantrieb zur verstärkten Atemtätigkeit (=Hyperventilation) und am Ende einer langen ineinandergreifenden Kette biochemischer Vorgänge zur Produktion mehr roter Blutkörperchen (=Erythrozyten).

 
Dies führt zu einer erhöhten Sauerstoffaufnahme über die Lungen, zu einem verbesserten Sauerstofftransport in der Blutbahn und im Gewebe und schlussendlich zu mehr Sauerstoff am Endorgan, im sportlichen Fall der Muskulatur!

 
Zudem wird durch die verbesserte Sauerstoffverwertbarkeit die Stoffwechseltätigkeit angeregt und mehr Energie freigesetzt.

 

Es profitiert der gesamte Organismus!

 

Bei der Anwendung von künstlicher Höhe, bei der der Luftdruck unverändert bleibt, aber weniger Sauerstoff angeboten wird (=normobare Hypoxie) über Maske, in Zelten, Kammern oder ganzen Räumen werden die gleichen Reaktionen, Wechselwirkungen und Anpassungsvorgänge im Organismus erwartet!

 

Diese betreffen zunächst unser Atmungssystem und unser Herz-/Kreislaufsystem, anschliessend Stoffwechsel- und hormonelle Vorgänge und zuletzt unser blutbildendes System.

 

Wirkmechanismen und Auswirkungen unseres Körpers unter Sauerstoffmangel (=Hypoxie):


-

die Atemantwort, unsere Herzfrequenz und unser Blutdruck nehmen zu (sofort): Abhängig der jeweiligen Höhe kommt es aber zur Anpassung nach 2-5 Tagen, woraus in Tallage befristet eine Senkung unserer Atemfrequenz, unserer Herzfrequenz und unseres Blutdruckes resultiert.

 

-

der Hämoglobinanteil, unser Sauerstoffträger im Blut, steigt (im Laborblutbild frühestens nach 3 Wochen erkennbar): es kann unsere Muskulatur länger unter Sauerstoffbedingungen arbeiten (Verbesserung der Dauerleistungsfähigkeit)

 

-

durch die vermehrte Energieleistung wird der Fettstoffwechsel angekurbelt, wir können in der gleichen Zeit unter Sauerstoffmangel mehr Gewicht reduzieren.

 

-        

es werden in der Höhe vermehrt Antischmerzhormone, sprich "Glückshormone" (Endorphine) freigesetzt, wir können uns kontrolliert dem Sauerstoffmangel ausgesetzt, "Glücklicher" stimulieren.

 

   

Gegenüber einem Training in "normaler" Luft kann daher in "Hypoxie" unter kontrolliert fachkundiger Anleitung trotz reduzierter Trainingszeit der gleiche Trainingseffekt oder bei gleicher Trainingszeit ein besserer Trainingseffekt erzielt werden!

 

 

zurück

 

 

© Dr. Christian Pegger